25. Februar 2018

Gehend mit „Dieses innerste Licht“

In der vergangenen Hauptversammlung unseres Netzes der Landibliotheken beantragten viele Koordinatoren – beim Tauschfest, das während jedem Treffen veranstaltet wird – mehr Exemplare des Buches „Dieses innerste Licht“ unseres Kollegen Alfredo Mires Ortiz.

Auf dieser Höhe haben viele Familien Lesekreise in ihren Sektoren und Zonen realisiert; andere haben in ihren Häusern gelesen, versammelt ums Feuer; auf dem Feld, in einem Moment des Entspannens oder vielleicht bis zu den Kindern, die ihre ersten Blicke geworfen haben und in die magische Kraft eingetaucht sind, die die Buchstaben dieser Lesesinfonie haben und ein riesen Stück, das die Prologe der Campesina-Enzyklopädie sammelt.

Wir wissen, dass dieses Buch die Kraft besitzt, Lesewege zu öffnen, fruchtbringend und warmherzig. Auf der einen Seite hat es Texte, mit denen wir über das Lesen, die Bücher und die mündliche Tradition nachdenken können; oder auch das Vertiefen in die hegemoniale, industrielle und Konsum-Kultur; oder wir können erneut den Acker der Landbibliotheken, der uralten Erinnerung und der Traditionen unserer Campesinos  erarbeiten; der Anden und Landbearbeiter; des Wissens und der Würde dieses Volkes; der Kraft des Seins und Gemeinsam seins. Dieses Buch schafft sicherlich, was Alfredo sagt: „die Dunkelheit verjagen“ und „heute fruchtbar zu machen um morgen zu ernten“.

Noch etwas zu diesem Buch:
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Am 10. Juli 2015 fand das Tinku der Herausgabe dieses und anderer Bücher des Autors statt.
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Dozenten der Nationalen Universität Cajamarcas nutzen dieses Buch als Lesematerial, zur Auswertung und Reflexion.
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Seit 2016 begann die bekannte Zeitschrift El Gurrión, herausgegeben von Mariano Coronas in Spanien einen Text nach dem anderen aus diesem Buch zu veröffentlichen.

In Chuco: eine neue Bibliothek

Manuel Sánchez Abanto, Bewohner und koordinierender Biblliothekar des Sektors Chuco in der Provinz San Marcos kündigte uns an, eine weitere Landbibliothek in der  Bildungseinrichtung El Áchuque zu eröffnen-
Diese Nachrichten ermutigen und begeistern uns, mit unserem Eifer zu lesen, zu erzählen und die kulturelle Tradition Cajamarcas zu bewahren, weiterzumachen. Aber gleichzeitig auch, weil es auf die wachsende Koordination von LehrerInnen hinweist, die den lobenswerten und aufschlussreichen Weg des gemeinschaftlichen und kritischen Lesens übernehmen.
Ein Dank an Manuelito und die Gemeinde Chuco!

Klima und Bücher

Die Gruppe der Ausbildung und Intervention für nachhaltige Entwicklung – GRUFIDES, veröffentlichte vor kurzem das Buch „Anpassungstechniken und -Strategien der Anden an den Klimawandel – Handbuch der Schulung und Implementierung“, ausgezeichnetes Arbeitsmaterial von Denis Malpica Alfaro und William Valera Romero.

Von dieser Ausgabe haben wir eine größere Menge in Form einer Spende erhalten, die dem Zuwachs an bibliografischem Material in unseren Bibliotheken zufließt.

In diesem Kontext des Klimawandels, an dem unsere Erde leidet, haben wir große Anerkennung vor der Anstrengung unserer Schwesterorganisation, für das Beitragen zu unserem Weg des Lesens und mit der dringenden Notwendigkeit, mehr Bücher in die Gemeinden Cajamarcas zu bringen.

21. Februar 2018

Hoffnung

Dieses Haus, unser Haus,

hat alles von hier:

Holz, Stein, Wasser, Erde

Und in minga habe ich es erbaut.

Alfredo Mires Ortiz, “Vers der Verse: Der Gesang der Lieder in den Versen der Campesinos”

Der Raum des Netzes der Landbibliotheken Cajamarcas war und wird weiterhin in minga erbaut, in gemeinschaftlicher und freiwilliger Arbeit, mit der Anstrengung und Hingabe vieler unserer Bibliothekare und Koordinatoren.
Diese Konstruktion braucht viel Zeit und endet nie, da sie wächst und weiter wächst gemäß unserer Familie.
Für die letzten Schritte konnten wir auf die Unterstützung von Esperanza TM  aus Belgien zählen, eine Schwester- Organisation von unseren Freunden gebildet. So können wir Räume weiter bauen und wieder aufbauen für das Beherbergen während Beschluss- und Fortbildungstreffen des Netzes.
Dies bewirkt, dass das Haus nicht nur ein Haus ist: vor 1500 Jahren sagte San Isidoro aus Sevilla, dass ein Haus ein Raum aus Stöcken und Ästen wäre, um sich zu versammeln und sich vor Kälte zu schützen.
In diesem unserem Haus lässt es sich versammeln, geschützt und behütet.

Erzählungen, die heilen



Im November, während der Präsentation der Herausgabe der Serie “... und andere Geschichten“ unserer Kollektion der Bibliothek Campesina, hatten zwei cajamarquinische Kinder, Ximena und Jairo Quispe Misahuamán den Mut, uns Geschichten vorzulesen, die sie selbst ausgewählt hatten und später nahmen sie sehr begeistert an der minga (freiwillige Zusammenarbeit) teil, die wir organisiert hatten, um die Bücher vorzubereiten, die in die Bibliotheken in den Gemeinden mitgeschickt wurden. Vor einigen Wochen musste Jairo wegen einer Komplikation der Atemwege ins Krankenhaus: das erste, um das er bat, als er besucht wurde, war, dass sie ihm Geschichten vorlesen. Und dies wirkte wieder belebend...
Während Ximena auf der Höhe auf ihren Bruder wartete, kümmerte sie sich um ihre kleineren Cousinen/ Cousins und las ihnen ebenfalls Geschichten vor.
Unsere Alten täuschten sich nicht im Ausdenken von Geschichten: die Geschichten bestehen nicht nur weiter fort, vertiefen und vermitteln etwas, sondern sie heilen, ermutigen, beschwören, kräftigen und machen glücklich.

Gesegnete Erde



Wir werden nicht im Großen anstreben, was wir nicht im Kleinen tun. Deshalb hüten wir mit Sorgfalt den Garten unseres Gemeinschaftshauses. Sei es, dass die Erde es weiß und sich freut: deshalb färben sich die Blüten und reifen die Früchte, sie entfalten ihr Aroma und vermehren sich die Gräser, und nisten die Vögel und summen die Bienen...
Hier wandern die Mispeln, die Lucumas, die Auberginen, die Tomaten, vom Zitronenstrauch gar nicht erst zu sprechen, die Petersilie, die Zitronenmelisse, der Rosmarin, der Huacatay und all diese wunderschönen Pflanzen, die aus sich hervorkommen oder die es sich erlaubt haben, in dieser Ecke der Gemeinschaft, der Familie unterrichtet zu werden.
Und nun ernten wir bereits die ersten Avocados, die nicht zum exportieren sind, denn sie sind wichtig (importan).

Bücher für unser Netz

Vor einigen Wochen erhielten wir eine Bücherspende aus Lima, die von Vanesa Becerra gesammelt wurde, die bereits vor einigen Jahren als Freiwillige in unserem Netz tätig war. Wir freuen uns über eine Geste wie diese, sie zeigt den großen Wert, den die Bücher in der unerschöpflichen Quelle des Lernens und Verlernens, des weiter Wachsens und Gehens haben.
Diese Bücher wurden bereits sortiert und vorbereitet, um ihre Reise in den Satteltaschen unserer Koordinatoren und Bibliothekare anzutreten.

Die Rechte des Kindes aus der Sicht Cajamarcas



Vor vielen Jahren arbeitete das Gemeindeprogramm des Netzes der Landbibliotheken das Thema der Kinderrechte aus. Von diesem Thema ausgehend überlegten wir uns eine Politik zum Schutz der Kinder und die Verantwortlichen des Programms nahmen an diversen Workshops und Fortbildungen teil. Auch teilten und debattierten wir diese Kenntnisse mit anderen Personen, die mit unserem Netz verbunden sind: Koordinatoren, Eltern, Kinder und an der Thematik interessierte Personen.
Trotzdem fühlten wir immer eine Unzufriedenheit, denn es mangelte uns noch an der Vertiefung des eigenen Konzeptes dieser Materie. Deshalb intensivierten wir seit 2009, und vor zwei Jahren nochmals, eine Vertiefung mit verschiedenen Gruppen und Teams des Netzes über das Thema  Die Rechte des Kindes.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen: die Stimmen, die wir hörten, berührten uns tief. Nun haben wir würdiges Wissen, das stärkt, von der Konzeption und den Bräuchen der bescheidensten Menschen in den Campesino-Gemeinden.
Wir sind zufrieden verkünden zu können, dass wir in den nächsten Monaten – nach einer langen und intensiven Arbeit der Vorbereitung- ein Buch über diese Erfahrung veröffentlichen werden.
 
"Unser Recht auf Erziehung ist so unanfechtbar ... dass es nicht die geringste Hoffnung gibt, dass irgendeine barmherzige Seele uns davon befreit!"
 
"Und diese Rechte... sind zu akzeptieren? Nicht, dass es passiert wie bei den zehn Geboten!"

25. Januar 2018

Gesundheit und Umwelt

Im letzten Jahr hatten wir während der Fortbildungen des Gemeindeprogramms für die Begleitung von Kindern mit Behinderung die Möglichkeit, an einer Ausstellung unseres Kollegen Alfredo Mires zu einem äußerst wichtigen Thema teilzuhaben: Gesundheit und Umwelt.
Alfredo vertrat die Wichtigkeit der emotionalen, kulturellen und sozialen Wurzeln in der Gesundheit jeder Person und eröffnete uns Wege, gesünder zu leben und dies in einer gesünderen Umwelt.
Hier teilen wir einige der erarbeiteten Ideen mit euch:
Wir haben uns daran gewöhnt, die Gesundheit mit der Medizin und den Krankenhäusern zu identifizieren und vergessen gewöhnlich, dass Gesundheit und Krankheit grundsätzlich ökologische und soziale Phänomene sind. Bereits vor 2450 Jahren beschreibt der Philosoph Platon in seinem Buch „Die Republik“, dass „eine Stadt mit vielen Krankenhäusern hauptsächlich schlecht regiert wird“.
Wenn man mehr Krankenhäuser baut, heißt das nicht, dass es uns gesundheitlich besser gehen wird. Das ist so, als würde man glauben, dass wir vorankämen, weil man geräumige und komfortable Friedhöfe konstruiert hat.
Es ist notwendig, die Verbindungen zu verstehen, die wir mit dem ganzen Universum der Erfahrungen, der Prozesse und Perspektiven machen, die alle Personen und Kulturen betreffen und sich überschneiden. Die Trennung von der Natur (die man auch „Die Ausbürgerung der Menschen“ nennen könnte) besetzt eine subjektive Ebene und eine objektive stillschweigend in jedem beliebigen Leiden.
Das vitale Angstgefühl, das etwas Schlechtes hervorbringt, ist eine Sache, die die ganze Gemeinschaft betrifft.
Das Schlechte entsteht auch mit dem soziokulturellen und ökologischen Wandel, der die Biodiversität schädigt, d.h. wenn es etwas betrifft, das wir kennen und verarbeiten können. Heute sind, mit der Ausdehnung der Marktwirtschaft die Ernährungsgewohnheiten am stärksten betroffen.
Die Gesundheit ist verbunden mit der Sensibilität. Unsere inneren Prozesse beeinflussen unser äußeres Verhalten.
 
"Geld! Und die Gesundheit? ... Denn das Geld ist eine Sache und eine andere die Gesundheit!"
"Wie??!"